Chancenlos gegen solide Kölner
Wohnbau Baskets verlieren letztes Heimspiel des Jahres deutlich mit 66:83

Maurice Creek

Das solide Debüt von Maurice Creek in der 2. Basketball-Bundesliga ProA ist von der deutlichen 66:83 (28:47)-Niederlage der ETB Wohnbau Baskets gegen die RheinStars Köln überschattet worden. Dem Essener Neuzugang fehlte am Samstagabend an einigen Stellen – verständlicherweise – noch die Bindung zum Spiel. Insgesamt lassen seine ersten 17 Minuten jedoch darauf hoffen, dass er das Team von Igor Krizanovic nachhaltig verstärken wird.

Mit vier schnellen Punkten besorgte Ashton Moore die erste Führung der Hausherren (4:3, 1.). Der Auftakt war verheißungsvoll. Jannik Lodders erzielte mit seinem ersten und einzigen Feldkorb der Partie noch das zwischenzeitliche 8:7 (4.). Es sollte die letzte Führung der Hausherren bleiben. Auf Seiten der Essener fiel kam ein Wurf durch die Reuse – Köln hingegen punktete kontinuierlich. Und traf hochprozentig. Bis zum Ende des ersten Viertels setzten sich die Domstädter auf 28:14 ab. Damit war die Vorentscheidung bereits gefallen.

Die Wohnbau Baskets schafften es nicht, an die starken Leistungen aus den Spielen gegen Chemnitz und die Oettinger Rockets anzuknüpfen. Auch, weil sich die RheinStars vor allem in der ersten Halbzeit kaum eine Blöße gaben. 65 Prozent ihrer Würfe verwandelten die Kölner. Aus der Distanz leisteten sie sich lediglich drei Fehlversuche. Der ehemalige Essener Robin Christen blieb im ersten Durchgang sogar ohne Fehlwurf aus der Distanz, erzielte 14 seiner 18 Punkte bei knapp 16 Minuten Einsatzzeit.

Ärgerlich ist aus Essener Sicht vor allem, dass die RheinStars zwar auch Fehler machten – immer dann, wenn sie von der Essener Defense gestresst wurden -, die Wohnbau Baskets aus diesen Situationen aber kaum Kapital schlagen konnten. Gute Szenen machten sie häufig durch eigene Nachlässigkeiten zunichte.

Nach dem Seitenwechsel keimte bei den 1747 Zuschauern im Sportpark „Am Hallo“ zumindest kurzfristig noch einmal Hoffnung auf. Robin Lodders verkürzte den Rückstand auf 14 Zähler (35:49, 24.). Aber vor allem Kölns Hugh Robertson bereitete den Wohnbau Baskets immer wieder Probleme. Seinen Fehlwürfen ging er konsequent nach, sammelte vier Offensiv-Rebounds und beendete das Spiel mit einem starken Double-Double (25 Punkte, zehn Rebounds). Aber auch Jelani Hewitt (18) half dabei, die Essener auf Distanz zu halten.

Eric Thompson (13 Rebounds) arbeitete auf der Gegenseite ebenfalls stark unter den Körben, war offensiv jedoch kein Faktor. Auch Jannik Lodders, der bereits früh mit Foulproblemen zu kämpfen hatte, fand offensiv nicht statt. Einer der Hauptgründe für die Niederlage der Wohnbau Baskets war die schwache Quote (13 Prozent) aus der Distanz. Lediglich zwei Dreier fanden ihren Weg ins Ziel – einen versenkte Maurice Creek, den anderen Youngster Yannick Tauch, der seine vier Minuten Einsatzzeit für Werbung in eigener Sache nutzen konnte. Ein schwacher Trost bleibt am Ende, dass die Schützlinge von Igor Krizanovic immerhin das vierte Viertel mit 21:18 für sich entscheiden konnten.

ETB Wohnbau Baskets – RheinStars Köln 66:83 (14:28, 14:19, 17:18, 21:18)

Die Punkte der Wohnbau Baskets im Spiel gegen die RheinStars Köln: Thompson (4), Alexander(23), Moore (8), R. Lodders (8), J. Lodders (4), Creek (15), Vrkas, Volk, Tauch (4), Jackson (DNP), Plescher (DNP)

Stimmen zum Spiel
Maurice Creek, ETB Wohnbau Baskets: „Dass wir das Spiel so deutlich verloren haben, ist extrem ärgerlich. Aber abgesehen vom Ergebnis, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Die Atmosphäre in der Halle hat mir sehr gut gefallen. Und ich habe das Gefühl, gut aufgenommen worden zu sein. Auch von der Ausbeute her, denke ich, hätte es ein schlechteres Debüt für mich sein können.“

Arne Woltmann, Trainer RheinStars Köln: „In der ersten Halbzeit ist Vieles für uns gelaufen. Wir haben unsere Würfe getroffen, Essen nicht. Obwohl wir gut verteidigt haben, hat sich Essen aber auch immer wieder offene Würfe kreieren können. Eigentlich hat nur Chris Alexander getroffen, sonst keiner so wirklich. Und das war letztendlich der Schlüssel. Wir waren zudem in der zweiten Halbzeit demütig genug, um weiter zu verteidigen und das Spiel so auch in der Höhe für uns entscheiden zu können.“

Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets: „Wir haben im ersten Viertel keinen Kontakt zum Spiel bekommen, unsere Punkte waren häufig Zufallsprodukte. Im Gegenzug haben wir kein Kapital aus den Situationen schlagen können, die wir uns eigentlich gut erarbeitet haben. Zudem haben wir auch im Eins-gegen-Eins nicht wirklich gut verteidigt. Entsprechend ist im ersten Viertel eine Hypothek entstanden, die wir nicht mehr abbauen konnten. Auch, weil wir es nicht geschafft haben, das Spiel nervöser zu machen – so hat Köln immer dann gepunktet, wenn sie es gebraucht haben.“


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