„Der Ausgang der Spielzeit ist unfassbar bitter“
Wohnbau Baskets-Coach Igor Krizanovic zieht im Interview eine Saison-Bilanz

30 Spiele, acht Siege - und der sportliche Abstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProB. Das sind die nackten Fakten der Saison, auf die die ETB Wohnbau Baskets Essen jetzt zurückblicken können. Zurückblicken müssen. Der Rückblick ist nicht schön, muss aber sein. Um Geschehenes aufzuarbeiten, um sich neu aufstellen zu können für die kommenden Aufgaben. Im Interview spricht Essens Headcoach Igor Krizanovic über die Saison, ihren Ausgang und den Herz und den Charakter der Mannschaft, vor die er sich schützend stellt. Eine Saisonbilanz.

Igor, ein Spiel steht noch aus, der Abstieg ist leider besiegelt. Woran hat es gelegen, dass wir den Klassenerhalt nicht geschafft haben?
Der Hauptgrund ist ziemlich offensichtlich. Wir haben es über die gesamte Saison zu selten geschafft, eine Mannschaft zu sein, die einen Spiel defensiv ihren Stempel aufdrücken kann. Im Vergleich: Wir haben im Schnitt knapp sechs Punkte mehr kassiert als in der vergangenen Saison. Auch in den Jahren davor haben wir immer zu den besten Defense-Teams der Liga gehört.

Dass es ein schweres Jahr werden würde, war uns allen im Vorfeld klar. Hast Du damit gerechnet, dass es so schwer werden würde?
Jein. Es war aber relativ schnell abzusehen, dass uns der Abstiegskampf begleiten würde. In der vergangenen Saison waren wir am Ende das glücklichere Team, dass die Liga halten konnte. In dieser Spielzeit ist es Ehingen. Trotzdem ist der Ausgang, den die Saison genommen hat, natürlich unfassbar bitter.

Trotz aller Sorgen: Die Mannschaft hat sich entwickelt. Und Herz gezeigt.
Das stimmt, das hat sie. Ich bin auch meilenweit davon entfernt irgendeinem der Jungs Vorwürfe zu machen. Uns hat an manchen Stellen der Saison einfach die nötige Erfahrung gefehlt, um Spiele zu unseren Gunsten zu entscheiden. Trotzdem nehme ich jeden der Jungs in Schutz. Es war vor der Saison schon klar, dass wir eine Mannschaft beisammenhaben, die selten oder noch gar nicht auf diesem Niveau gespielt hat. Entsprechend war es nicht zu erwarten, dass wir alle Gegner in Grund und Boden spielen würden.

Gibt es aus Deiner Sicht Lichtblicke im Saisonverlauf?
Auf jeden Fall. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Mannschaft eine Perspektive und viel Potenzial hat. Wir haben es allerdings nicht geschafft, unsere Entwicklung abzuschließen. Egal, in welchem Sport, es geht immer auch um Serien. Und wir haben keine Siegesserie starten können. Und als wir damit begonnen haben, war es leider schon zu spät.

Ist denn tatsächlich der Ehinger Sieg gegen Kirchheim entscheidend dafür, dass wir den Weg in die ProB antreten müssen?
Dieser Sieg hat uns den finalen Dolchstoß versetzt. Letztlich ist der Abstieg aber die Summe der Dinge. Gerade in den Spielen gegen die direkte Konkurrenz haben wir es nicht geschafft, unsere Leistung aufs Feld zu bringen. In den Momenten, in denen die Gegner nominell schlagbar waren, haben wir unsere Ausfälle nicht kompensieren können. Aber dafür übernehme ich die komplette Verantwortung – sportlich und moralisch.


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