Die perfekte Heim-Premiere!
Nick Tufegdzich führt die Wohnbau Baskets zum Erfolg gegen Rostock

Zweites Spiel, zweiter Sieg. Die ETB Wohnbau Baskets mausern sich in der Nordstaffel der 2. Basketball-Bundesliga ProB zum Favoritenschreck. Nach dem Auftakt-Erfolg in Oldenburg bezwang das Team von Igor Krizanovic am Samstagabend vor 1411 Zuschauern in der Sporthalle "Am Hallo" die Rostock Seawolves mit 76:72 (21:20, 10:26, 23:19, 22:7). Dabei sah es zur Halbzeit alles andere als rosig für die Essener aus.

Nach ausgeglichenem ersten Viertel übernahm Rostock die Kontrolle. Im zweiten Viertel nutzten die Seawolves die Essener Schwachstellen gnadenlos aus, zogen zwischenzeitlich auf 17 Zähler davon (46:29, 19.). Das Spiel schien den Gang zu nehmen, den viele im Vorfeld prognostiziert hatten. Der Favorit wurde seiner Rolle gerecht - und die Essener suchten nach sich und ihrer Linie. Doch irgendwas war anders an diesem Samstagabend. Es lag was in der Luft, dass niemand so richtig greifen und beschreiben konnte.

Was das war, zeigte sich nach dem Seitenwechsel. Die Essener brannten, kämpften sich zurück in die Partie. Und Rostock verlor komplett den Faden, konnte jedoch eine Elf-Punkte-Führung mit ins Schlussviertel nehmen (65:54, 30.). Würden die Wohnbau Baskets den Favoriten tatsächlich nochmal in die Bredouille bringen können? Antwort: Ja!

Angeführt vom überragenden Nick Tufegdzich, der 24 seiner insgesamt 30 Punkte in der zweiten Halbzeit erzielte, verkürzten die Wohnbau Baskets den Rückstand Punkt um Punkt. Finn Fleute war es schließlich, der rotzfrech mit einem Dreier für die erste Essener Führung seit dem ersten Viertel sorgte (69:67, 37.). Rostock schlug nochmal zurück, glich durch den bärenstarken Bill Borekambi (26 Punkte) aus. Und erkämpfte sich durch einen Dreier von Darian Cardenas Ruda ein letztes Mal die Führung (72:69, 38.). 1:59 Minute blieben den Essenern, um das Spiel doch noch für sich entscheiden zu können.

Nick Tufegdzich glich per Dreier aus (39.). Montrael Scott traf per Freiwurf zum 73:72 (40.). Drei Mal schickten die Rostocker Essen in der dramatischen Schlussphase an die Freiwurflinie. Montrael Scott und Kelvin Okundaye sicherten von dort den überraschenden, aber am Ende verdienten Heimsieg.

Einziger Wehrmutstropfen: Hätten die Essener an der Freiwurflinie bessere Nerven gehabt, wäre die Schlussphase wahrscheinlich gar nicht mehr so spannend geworden. Lediglich 13 von 24 Versuchen landeten ihm Korb.

Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets: Dilhan Durant (6), Tim van der Velde (8), Yannik Tauch, Jacob Albrecht (2), Till Hornscheidt, Nick Tufegdzich (30/4, 11 Rebounds), Nikola Gaurina (4), Finn Fleute (7/1), Adam Touray (14), Kelvin Okundaye (1), Philipp von Quenaudon (DNP)

Stimmen zum Spiel

Ralf Rehberger, Trainer Rostock Seawolves: "Ich gratuliere Essen zum Sieg. Es gibt viele Gründe für die Niederlage. Aufgrund der besseren zweiten Halbzeit war der Sieg für Essen letztlich auch verdient. Es reicht eben nicht, nur 20 gute Minuten zu spielen. Obwohl wir auch nach dem dritten Viertel noch die Führung hatten, war trotzdem bei uns der Fluss aus dem Spiel. Wir haben den Ball nicht mehr so gut bewegt, haben nicht mehr so gut zusammengespielt. Wir haben uns trotzdem noch über dieses Viertel hinweggerettet. Im letzten Viertel hatten wir einige offene Würfe, die wir nicht treffen. So ist Basketball. Es geht um Läufe, es geht um das Momentum. Das Momentum ist zu Essen herübergeschwappt, sodass dort auch schwere Würfe fielen und bei uns eben nicht. Dann verliert man so ein Spiel, sehr zu unserem Bedauern."

Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets: "Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, so zu spielen, wie wir wollten. Wir waren überrumpelt von der Athletik und der Schnelligkeit des Gegners. Eine Mannschaft ohne viel Erfahrung, so wie wir es sind, wird dann schnell nervös und macht Fehler. Das wiederum macht es dem Gegner dann natürlich leichter, zu einfachen Punkten zu kommen. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann deutlich schlauer gespielt als zu Beginn und konnten dadurch den Rückstand immer weiter verkürzen und das Spiel am Ende drehen. Wobei wir uns das Leben durch unsere schwache Dreier- und Freiwurfquote selbst schwer gemacht haben. Am Ende sind wir der glückliche, aber nicht unverdiente Sieger."

Nick Tufegdzich, ETB Wohnbau Baskets: "In der ersten Halbzeit waren wir alle etwas nervös, vielleicht bedingt durch die Tatsache, dass wir zum ersten Mal in unserer Halle, vor unseren Fans gespielt haben. Dadurch waren wir in einigen Situationen zu passiv und das hat Rostock sehr gut ausgenutzt. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns dann nur noch vorgenommen, zu kämpfen. Und das haben wir gemacht. Wir waren aggressiver, bissiger und haben das Tempo kontrolliert."


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