Gesteigert, gekämpft, geschlagen – 72:93-Niederlage
ETB Wohnbau Baskets verlieren ihr Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins

Die Crailsheim Merlins sind ihrem Ruf, aktuell das heißeste Team der 2. Basketball-Bundesliga ProA zu sein, am Samstagabend bei den ETB Wohnbau Baskets gerecht geworden. Die „Zauberer“ aus Baden-Württemberg haben sich von 1634 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ mit 93:72 (54:45) behauptet. Vor allem in der ersten Halbzeit mussten die Gäste allerdings ihr bestes Basketball aufbieten, um die tapfer kämpfenden Essener in Schach halten zu können. 

Jannik Lodders eröffnete das Spiel mit einem erfolgreichen Dreier. Aber die Merlins antworteten postwendend. Der ehemalige Nationalspieler Konrad Wysocki erzielte nur 17 Sekunden später den Ausgleich für Crailsheim. Und es ging munter weiter: Robin Lodders traf ebenfalls aus der Distanz (6:5, 2.). Die Gäste blieben jedoch unbeeindruckt vom offensiven Elan der Hausherren, zogen auf 15:8 (4.) davon. Essens Trainer Igor Krizanovic reagierte, nahm seine erste Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte Crailsheim bereits drei Dreier durch die Reuse der Wohnbau Baskets gejagt. Und die Treffsicherheit aus der Distanz sollte anhalten. Bis zur Halbzeitpause trafen die Crailsheimer Scharfschützen zehn Mal von „Downtown“. Bei 14 (!) Versuchen. 

Trotz der bärenstarken Vorstellung der Gäste ließen sich die Wohnbau Baskets vom Tabellenzweiten nicht abschütteln. Erst verkürzte Jannik Lodders mit einem Dreier auf 34:36 (13.). Anschließend war es Ashton Moore, der den Rückstand erneut auf zwei Zähler zusammenschrumpfen ließ (36:38, 14.). Das Problem der Essener: Crailsheim fand auf jede Aufgabenstellung der Wohnbau Baskets eine Antwort. Die Merlins bewegten den Ball gut, fanden immer wieder die Lücken in der Essener Verteidigung – und nutzten Unachtsamkeiten konsequent zu ihrem Vorteil. Trotz einer Neun-Punkte-Führung zur Halbzeit (54:45) war Merlins Coach Tuomas Iisalo nur bedingt zufrieden mit dem Auftritt seiner Schützlinge.

In der Halbzeitpause fand er deutliche Worte. Und seine Spieler hörten genau zu. In der Defense packten die Gäste eine Schüppe drauf, hielten die Wohnbau Baskets im dritten Viertel bei nur elf Zählern. Neun dieser elf Punkte erzielten Amir Carraway (6) und Maurice Creek (3) aus der Distanz. Chris Alexander steuerte zwei verwandelte Freiwürfe bei. Nach dem dritten Viertel hatten sich die Crailsheimer ein 16-Punkte-Polster erspielt. Die Vorentscheidung.

Angeführt vom überragenden Robin Lodders (21 Punkte, 6 Rebounds) gaben sich die Wohnbau Baskets jedoch nicht auf, konnten den Rückstand aber nicht mehr entscheidend verkürzen. Zwischendurch schmolz der Merlins-Vorsprung zwar auf „nur“ zwölf Zähler, anbrennen sollte indes nichts mehr. So bekam auch Youngster Till Hornscheidt kurz vor Schluss noch Einsatzzeit – und einen auf ihn zugeschnittenen Angriff. Sein Dreier verfehlte das Ziel nur knapp.

ETB Wohnbau Baskets – Crailsheim Merlins 72:93 (25:30, 20:24, 11:18, 16:21)

Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets im Spiel gegen Crailsheim: R. Lodders (21/1Dreier), Moore (12), Alexander (15), J. Lodders (10/2), Carraway (8/2), Thompson, Gebhardt, Creek (6/2), Vrkas, Hornscheidt, Volk (DNP)

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo, Trainer Crailsheim Merlins: „Wir haben ein schwieriges Spiel erwartet. Denn Essen ist ein gut gecoachtes Team, das sich im Verlauf der Saison gut entwickelt hat. In der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften viel Vertrauen in ihre Würfe und haben wirklich die Lichter ausgeschossen. Ich war sehr zufrieden, wie wir aus der Kabine gekommen sind und unsere defensive Intensität erhöhen konnten. Damit haben wir ein offensiv starkes Team bei 27 Punkten in der Halbzeit gehalten, was uns die fehlenden Prozentpunkte zum Sieg gebracht hat.“

Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets: „Die herausragende Klasse der Crailsheimer hat sich nicht nur am Ende durchgesetzt, sondern auch zwischendurch immer wieder. Sie waren immer in der Lage, einen Gang hochzuschalten, das hätte ich mir auch von meinem Team gewünscht – gerade in der ersten Halbzeit, wo wir offensiven Rhythmus hatten. Das Crailsheim eine starke Mannschaft ist, haben wir erwartet. Ebenso frustrierend ist es, das im Vorfeld zu wissen, und nichts dagegen tun zu können. Im Vergleich zum Nürnberg-Spiel war es eine klare Leistungssteigerung von uns. Eine Steigerung, die ohne Lohn geblieben ist.“

 


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