Heidelberg dreht Partie „Am Hallo“ im vierten Viertel
ETB Wohnbau Baskets verlieren Heimspiel gegen die MLP Academics mit 65:70

Mit einem fiesen Schlag in den Nacken sind die ETB Wohnbau Baskets Essen in den Doppelspieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA gestartet. Vor 1752 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ verloren die Essener ihr Heimspiel gegen die MLP Academics Heidelberg mit 65:70 (48:33). Unglücklich. Einmal mehr. Doppelt bitter ist auch die Tatsache, dass die Nürnberg Falcons, die vor dem Freitagsspiel unmittelbar vor den Wohnbau Baskets in der Tabelle standen, ihre Partie bei den Kirchheim Knights überraschend nach Verlängerung mit 75:72 gewinnen konnten. Der Weg zum Klassenerhalt ist für die Essener durch die Ergebnisse des 23. Spieltags ein wenig länger und noch ein wenig steiniger geworden. Die nächste Chance, diesen Weg erfolgreich zu bezwingen bietet sich am Sonntag (17 Uhr) in Kirchheim.

Mit Tempo starteten beide Mannschaften in die Partie. Nach etwas mehr als drei Minuten führte Essen bereits mit 12:9. Chris Alexander erhöhte mit zwei verwandelten Freiwürfen und einem Korbleger auf 16:9 (5.). Es ließ sich gut an für die Wohnbau Baskets. Die Intensität, der Einsatz – es passte in diesen ersten Minuten der Partie alles gut zusammen. Nach den ersten Auswechslungen ging der Essener Spielfluss jedoch ein wenig verloren. Heidelberg nutzte die Gelegeneheit und kämpfte sich bis zum Ende des ersten Viertels auf 18:20 heran.

Auch im zweiten Viertel gingen die Essener mit Feuer zu Werke. Maurice Creek blieb perfekt aus dem Feld. Der 26-jährige Flügelspieler versenkte in der ersten Halbzeit drei Dreier, vier Freiwürfe und einen Korbleger. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Wohnbau Baskets mit einer 38:33-Führung in die Halbzeitpause gehen konnten. Und direkt nach dem Seitenwechsel konnte Jannik Lodders von der Freiwurflinie nachlegen. Am Ende des zweiten Viertels wurde er beim Versuch eines Buzzer-Beaters von Heidelbergs Devin White nach der Sirene rüde abgeräumt. Die Aktion des ehemaligen Esseners wurde mit einem unsportlichen Foul geahndet – und Lodders eröffnete die zweite Hälfte mit zwei erfolgreichen Freiwürfen zum zwischenzeitlichen 40:33 (21.).

Die Gastgeber taten sich schwer nach dem Seitenwechsel. Und Heidelberg holte Punkt um Punkt auf. Mit seinem einzigen erfolgreichen Dreier der Partie glich Heidelbergs Hrvoje Kovacevic das Spiel erstmals wieder aus (42:42, 25.). Und Niklas Würzner (14 Punkte) brachte die MLP Academics anschließend per Korbleger sogar in Führung. Auf einmal hatten die Gäste das Momentum auf ihrer Seite. Essen musste reagieren. Blieb aber in Schlagdistanz. Mit zwei verwandelten Freiwürfen glich Ashton Moore die Partie kurz vor Ende des dritten Viertels aus – 54:54 hieß es vor dem Start des finalen Abschnitts.

Schon im dritten Viertel hatten sich die Probleme der Wohnbau Baskets angedeutet. Durch einen ordentlichen Schlussspurt konnten diese jedoch weitgehend kaschiert werden. Und der Start ins vierte Viertel ließ die Hoffnung auf ein Happy-End weiter ansteigen. Erst jagte Maurice Creek einen Dreier durch die Reuse. Und Ashton Moore legte zwei weitere Zähler nach, 59:54 (32.). Heidelbergs Coach Frenki Ignatovic reagierte, nahm eine Auszeit – und nahm den Gastgebern so ihren Rhythmus. Vor allem Vance Hall wollte sich nicht mit einer Niederlage im Gepäck auf den Heimweg Richtung Heidelberg machen. Acht seiner insgesamt 25 Zähler erzielte der Point Guard der MLP Academics im Schlussabschnitt. Die Wohnbau Baskets wirkten wie erstarrt, konnten ihre Chancen nicht mehr nutzen. Stattdessen war der krachende Dunking von Heidelbergs Center Philipp Heyden, der sich unter den Körben ein packendes Duell mit Eric Thompson (11 Punkte/11 Rebounds) lieferte, zum 69:62 (39.) die Entscheidung. Essen versuchte noch, den Rückstand irgendwie zu drehen. Es gelang jedoch nicht. Bitter. Einmal mehr.

ETB Wohnbau Baskets – MLP Academics Heidelberg 65:70 (20:18, 18:15, 16:21, 11:16)
Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets gegen Heidelberg:
J. Lodders (4), Thompson(11), Creek (20/4 Dreier), Alexander (8), R. Lodders (5), Moore (15), Vrkas, Carraway (2), Gebhardt, Volk, tauch (DNP), Hornscheidt (DNP)

Stimmen zum Spiel
Frenki Ignjatovic, Trainer MLP Academics Heidelberg: „Ich glaube, dass Igor weiß, wie viel Respekt ich vor seiner Arbeit und seiner Mannschaft habe. Wir haben das Spiel nicht auf die leichte Schulter genommen, wussten, dass uns ein hartes Stück Arbeit erwarten würde. Ich habe den Jungs gesagt, dass wir irgendwie im Spiel bleiben müssen. Das Spiel lief von Anfang an die die falsche Richtung. Essen hat mit viel Herz gespielt. Ich habe der Mannschaft dann gesagt, dass wenn wir am Ende in ein knappes Spiel kommen, wir gewinnen werden. Dank Vance Hall ist das Spiel dann gekippt und wir haben glücklich gewonnen.“

Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets Essen: „Ich glaube, dass Frenki die wichtigsten Punkte genannt hat. Die kann ich nur wiederholen. Wir haben es am Ende geschafft den Gegner zu Einzelaktionen zu zwingen – wie auch umgekehrt. Heidelbergs Aufbauspieler war uns am Ende aber psychisch überlegen. Dann sind die Köpfe viel zu früh nach unten gegangen. Wir haben die Niederlage viel zu früh hingenommen. Das dürfen wir nicht und das ärgert mich. Wir haben wenig Zeit, die Niederlage aufzuarbeiten. Aber in Kirchheim bereits die nächste Chance, es besser zu machen.


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