Mit Herz und Einsatz - aber ohne Erfolg
Wohnbau Baskets verlieren enges Spiel gegen Chemnitz knapp mit 79:83

Ganz knapp sind die ETB Wohnbau Baskets Essen in der 2. Basketball-Bundesliga ProA am vierten Saisonsieg vorbeigeschrammt. Gegen die Niners Chemnitz reichte es trotz einer enormen Energieleistung nicht, um den vierten Saisonsieg einzufahren. Die Sachsen setzten sich am Samstagabend vor 1173 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ mit 83:79 (45:38) durch, verspielten in diesem Krimi jedoch eine zwischenzeitliche 20-Punkte-Führung.

Die erste Gäste-Führung durch Joseph Emmanuel Lawson III konterte Chris Alexander (2:2, 1.). Die erste Führung der Gastgeber besorgte Jannik Lodders, der seinen ersten Dreier des Abends durch die Reuse jagte (7:4, 3.). Der Assist kam von Ashton Moore, der bereits früh zwei Fouls kassiert hatte. Und das dritte Foul folgte ebenfalls noch im ersten Viertel. Ein Offensivfoul. Zwangspause für Moore.

Chemnitz nutzte den kurzen Durchhänger der Hausherren, setzte sich durch Punkte von Malte Ziegenhagen, Virgil Matthews und Michael Fleischmann auf 14:7 (5.) ab. Bis in die Schlussphase des ersten Viertels hatte die Sieben-Punkte-Führung der Niners Bestand. Im Endspurt verkürzten Chris Alexander und Eric Thompson jedoch auf 21:23. Mit diesem Spielstand ging es auch in die erste Viertelpause.

Das zweite Viertel war aus Essener Sicht ziemlich zäh. Und so führten die Gäste nach 17 Minuten erstmals zweistellig (35:25). Vor allem offensiv fehlte den Essenern die Intensität. Ein Beleg dafür: Chemnitz kassierte erst in der 17. Minute das erste Foul im zweiten Viertel. Jannik Lodders, der einen Fastbreak mit einem spektakulären Dunking über Chris Carter abschloss, und Eric Thompson verkürzten den Rückstand auf sechs Zähler (36:42, 20.). Carter traf jedoch mit der Schlusssirene einen wilden Dreier zum 45:36-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel sah es schnell danach aus, als würde Chemnitz Nägel mit Köpfen machen. Das Team von Rodrigo Pastore zog auf 63:43 (23.) davon. Es roch nach Vorentscheidung. Dann jedoch besannen sich die Wohnbau Baskets, zeigten, dass sie Herz haben. Und Moral. Punkt für Punkt gelang es den Hausherren, den Rückstand zu verkürzen. Mit einem verwandelten Dreier verkürzte Ashton Moore zum Ende des dritten Viertels auf 57:69. Eine Entscheidung in diesem Spiel war längst noch nicht gefallen. Und das spürte auch das Publikum.

Angeführt von im Schlussabschnitt überragenden Ashton Moore, der im letzten Viertel 14 seiner 17 Punkte erzielte, und Jannik Lodders (20 Punkte) kämpften sich die Wohnbau Baskets in dieses fast schon verloren geglaubte Spiel. Zwei Minuten vor dem Ende glich Moore die Partie erstmals wieder aus (73:73). Und spätestens jetzt war es ein Spiel, das alle gepackt hatte. Fingernägelkauen inklusive. Ganz trocken versenkte im Gegenzug jedoch Daniel Mixich einen Dreier zur erneuten Gäste-Führung. Diese egalisierte wiederum Moore ebenfalls mit einem Dreier (76:76).

34 Sekunden vor dem Ende zog Jannik Lodders nach einem Ballgewinn energisch zum Korb, wurde gefoult – und bekam einen Bonusfreiwurf, den er zur ersten Essener Führung seit der dritten Minute verwandelte (79:78). Joseph Emmanuel Lawson (18 Punkte, 6 Rebounds) traf elf Sekunden vor dem Ende einen weiteren Dreier für die Gäste – 79:81. Auszeit Essen. Die Wohnbau Baskets hatten den letzten Angriff. Und zwei Optionen. Gehen sie auf Sieg? Oder geht die Partie in die Verlängerung? Chris Alexander zog zum Korb, wollte den Ball weiterpassen – und verlor ihn. Michael Fleischmann wurde anschließend gefoult, um die Uhr zu stoppen. Er behielt an der Freiwurflinie die Nerven und sicherte seiner Mannschaft so den neunten Saisonsieg.

Stimmen zum Spiel:
Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir das Spiel verloren haben. Es gab einige positive Aspekte, die wir mitnehmen können und müssen. Allerdings haben wir im ersten Viertel wieder 23 Punkte kassiert. Da haben wir die Energie, die wir brauchen, einfach nicht aufs Feld gekriegt. Ob sich unsere Leistung irgendwann wie ein moralischer Sieg anfühlt? Vielleicht, wenn wir Mittwoch auf das Spiel zurückblicken und sehen, was wir gut gemacht haben.“

Rodrigo Pastore, Trainer Niners Chemnitz: „Wir wussten, dass es nicht leicht werden würde gegen Essen. Aber ich denke, dass wir 32 Minuten wirklich gut gespielt haben. Am Ende hatten wir – auch bedingt durch die frühe Verletzung von Jonas Richter – Foulprobleme. Wir sind trotzdem giftig geblieben und haben die richtigen Antworten auf den starken Essener Schlussspurt gehabt.“

Ashton Moore, Aufbauspieler der ETB Wohnbau Baskets: „Wir haben dafür gekämpft, unsere Chance zu kriegen. Dass es dann am Ende nicht für einen Sieg gereicht hat, ist natürlich bitter. Aber wir können eine ganze Menge aus diesem Spiel mitnehmen. Wir haben Herz gezeigt, gekämpft und uns selbst von einem 20-Punkte-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen.“

Jannik Lodders, Flügelspieler ETB Wohnbau Baskets: „Wir haben gezeigt, dass wir mit jeder Mannschaft mithalten können. Aber wir müssen konstanter spielen. Eine Aufholjagd kostet immer Kraft, aber das Publikum hat uns gepusht und wahnsinnig gut unterstützt. Schade, dass wir uns nicht für unseren Aufwand belohnen konnten.“

 

ETB Wohnbau Baskets Essen – Niners Chemnitz 79:83 (21:23, 17:22, 19:24, 22:14)
Die Punkte der Wohnbau Baskets im Spiel gegen Chemnitz: Alexander (16), Jackson, Vrkas, Moore (17/2 Dreier), Tauch (DNP), Hornscheidt (DNP), Gebhardt (2), Thompson (15/9 Rebounds), Volk (2), J. Lodders (20/3), R. Lodders (7), Plescher (DNP)


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