Scotts Buzzerbeater entscheidet Krimi im Norden
ETB Wohnbau Baskets setzen sich knapp mit 80:78 beim SC Rist Wedel durch

Was für ein Krimi! Mit der Schlusssirene schnappen sich die ETB Wohnbau Baskets Essen den 80:78 (19:11, 10:21, 23:22, 28:24)-Auswärtserfolg beim SC Rist Wedel. Damit beendet das Team von Coach Igor Krizanovic die Englische Woche der 2. Basketball-Bundesliga ProB mit drei Siegen aus drei Spielen. Und kann sich jetzt konzentriert auf das anstehende Heimspiel gegen die Cuxhaven Baskets vorbereiten.

Dilhan Durant, Tim van der Velde, Montrael Scott, Adam Touray und Nick Tufegdzich – dieser Starting Five schenkte Krizanovic in der Wedeler Steinberghalle sein Vertrauen. Und bereits nach sechs Sekunden bringt Touray die Essener per Korbleger mit 2:0 in Front. Scott, Tufegdzich und Durant legen nach. Es lässt sich gut an für die Gäste. Nach knapp zwei Minuten führen sie mit 9:2. Ein 7:0-Lauf zum Ende des ersten Viertels gibt den Wohnbau Baskets eine 19:11-Führung nach dem ersten Viertel.

Nach der ersten Pause brechen die Essener jedoch ein. Wedel holt Punkt um Punkt auf und geht durch einen Layup von Vincent Kittmann erstmals in Führung (27:26, 18.). Neun Turnover verzeichnen die Wohnbau Baskets in den zweiten zehn Minuten. Ballverluste, die weh tun. Und von denen die Hausherren immer wieder profitieren. Insgesamt stehen nach der ersten Halbzeit bereits elf Turnover für die Essener zu Buche. Die Wedeler verteidigen die Führung bis zur Halbzeitpause (32:29, 20.).

Und so wurde der zweite Durchgang zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Weder Essen noch Wedel konnten sich absetzen. Mit einem Korbleger verkürzte Montrael Scott zum Ende des dritten Viertels auf 52:54. Hochspannung und Drama waren der Hof bereitet. Und genauso sollte es auch kommen.

Tufegdzich glich die Partie wieder aus (54:54, 32.). Und nach einem Korbleger von Paul Owusu war es Youngster Till Hornscheidt, der die Essener mit einem Dreier zum ersten Mal seit Ende des zweiten Viertels wieder in Führung brachte (57:56, 33.).

Jetzt waren es die Schützlinge von Krizanovic, die immer wieder vorlegten. Die Gastgeber liefen hinterher, waren unter Zugzwang. Als der einmal mehr bärenstarke Nick Tufegdzich (26 Punkte, 12 Rebounds) 70 Sekunden vor dem Ende per Tip In das 77:72 erzielte, standen die Weichen für die Essener auf Sieg. Zwei verwandelte Dreier von Wedels Nino Celebic (15 Punkte, 3 Assists) später, war das Spiel erneut gedreht. 4,2 Sekunden blieben den Essenern, um das Spiel doch noch für sich zu entscheiden.

Dilhan Durant bringt den Ball ins Spiel, Scott verschafft sich mit einem Dribbling und einer Finte Platz gegen Osaro Jürgen Rich Igbineweka, drückt ab – und trifft mit der Schlusssirene ins Herz des SC Rist Wedel.

Ein Sonderlob geht nach dem Spiel an das gesamte Essener Team, das sich diesen Sieg im Kollektiv gesichert hat. Egal, ob Tim van der Velde (8 Punkte, 4 Rebounds, 5 Assists), Adam Touray (12 Punkte, 7 Rebounds) oder Dilhan Durant (6 Punkte, 2 Assists). Alle Spieler haben an diesem wichtigen Erfolg ihren Anteil.

Die Punkte der Wohnbau Baskets in Wedel:
Dilhan Durant (6), Tim van der Velde (8/1 Dreier), Yannik Tauch, Jacob Albrecht (2), Till Hornscheidt (5/1), Nick Tufegdzich (26/1, 12 Rebounds), Nikola Gaurina (3/1), Finn Fleute, Adam Touray (12), Kelvin Okundaye, Montrael Scott (18/4, 7 Rebounds, 5 Assists)

Stimmen zum Spiel
Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets: „In der Tat haben wir das glücklichere Ende auf unserer Seite gehabt. Nichtsdestotrotz war der Erfolg exrtrem wichtig für uns. Wir haben einige solcher Spiele abgegeben und bislang nur die Mannschaften geschlagen, die hinter uns waren. Wir wollten es hier jetzt auch Mal gegen eine Mannschaft probieren, die vor uns stand. Und das hat Gott sei Dank geklappt. Wir haben das Spiel gut eröffnet, um im zweiten Viertel Anti-Werbung für den Basketball zu machen. Mit Wedels Zonenverteidigung haben wir uns sehr, sehr schwer getan. In der Kabine haben wir uns gut abgestimmt, nach dem Seitenwechsel den Ball besser bewegt und einfacher gespielt. Und den Ball nur noch drei Mal abgegeben – und nicht elf Mal wie in der ersten Halbzeit. Wenn Celebic die Dreier am Ende nicht trifft, hätten wir es wahrscheinlich irgendwie über die Ziellinie geschoben. So hatten wir dann am Ende das glücklichere Ende für uns, aber der Sieg ist aus meiner Sicht nicht unverdient.“

Felix Banobre, Trainer SC Rist Wedel: „Essen ist eine sehr gut strukturierte, disziplinierte Mannschaft, die von Igor herausragend gecoacht wird. Wir wussten, was auf uns zukommt, haben uns entsprechend vorbereitet. Das Spiel haben wir aber nicht in den letzten Sekunden verloren, jede Mannschaft kann in vier Sekunden Punkte erzielen, das ist das Schöne am Basketball und deshalb mögen wir diesen Sport so sehr. Wir haben das Spiel verloren, weil wir Fehler gemacht und zu viele Offensiv-Rebounds zugelassen haben. Und es gab ein paar Ballverluste, die am Ende ganz entscheidend waren.“


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