Starkes zweites Viertel reicht nicht - 72:82
Wohnbau Baskets verlieren gegen Baunach die Kontrolle und dann das Spiel

1789 Zuschauer haben am Samstagabend die 72:82 (47:36)-Niederlage der ETB Wohnbau Baskets im Kellerduell der 2. Basketball-Bundesliga ProA gegen die Baunach Young Pikes „Am Hallo“ verfolgt. Ausschlaggebend für die Heimpleite war eine katastrophale zweite Halbzeit der Essener, in der sie lediglich 25 Punkte erzielen konnten. Zu wenig, um dem jüngsten Team der Liga die zehnte Auswärtspleite im elften Spiel beizubringen. Durch die Niederlage haben die Wohnbau Baskets den Sprung von den Abstiegsplätzen verpasst.

Eric Thompson und Timo Volk erzielten gemeinsam die ersten neun Punkte der Essener. Baunach begegnete den Wohnbau Baskets jedoch auf Augenhöhe, hielt den Anschluss. Es war ein munteres Auf und Ab im ersten Viertel. Eine gute Einstimmung auf das, was an diesem Abend noch folgen sollte. Mit einem knappen 19:22-Rückstand gingen die Essener in die erste Viertelpause.

Bis zum 32:29 (13.) konnte Baunach die Führung behaupten. Und dann drehten die Wohnbau Baskets auf. Angeführt vom, in dieser Phase wie entfesselt aufspielenden, Maurice Creek, der alle seine 16 Zähler im zweiten Viertel erzielte, glichen die Gastgeber die Partie erst aus. Und zogen schließlich auf elf Zähler davon. Die Halle stand Kopf, das Publikum war mitgerissen vom 12:0-Lauf der Hausherren. Die Führung zur Pause war folgerichtig. Und verdient. Nur: Die Pause kam für die Wohnbau Baskets zum wohl unpassendsten Zeitpunkt.

Die Kontrolle, die sich die Essener mit hartem Einsatz erkämpft hatten, gaben sie nach dem Seitenwechsel ab. Baunach war entschlossener, konsequenter – und verkürzte den Rückstand Stück für Stück. Am Ende des dritten Viertels lagen die Franken nur noch drei Zähler zurück (58:61). Und die 1789 Zuschauer „Am Hallo“ hofften, dass sich die Essener fangen und den Sieg ins Ziel bringen würden. Dachten Einige zur Pause schon über den möglichen Gewinn des direkten Vergleiches nach, war dieser vor dem letzten Viertel kein Thema mehr. Alles, was zu diesem Zeitpunkt noch zählte, war der Sieg. Egal, wie dieser zustande kommen sollte. Und doch: es kam anders.

Die Young Pikes machten das Spiel zu ihrem Spiel. Malik Müller (18 Punkte, 4/5 Dreier) glich die Partie siebeneinhalb Minuten vor dem Ende aus. Timo Volk und Eric Thompson schlugen indes zurück, brachten die Wohnbau Baskets wieder mit vier Zählern in Front (68:64, 35.). Wiederum Müller, wiederum mit einem Dreier, verkürzte im Gegenzug erneut. Mit sechs Punkten in Serie brachte Leon Kratzer (17 Punkte/12 Rebounds) Baunach mit 73:68 (38.) in Führung. Es wurde stiller in der Halle. Und kribbeliger.

Essen versuchte, zurückzuschlagen. Und musste den nächsten Dreier von Malik Müller schlucken (76:68, 39.). Die Vorentscheidung. Ein bisschen Hoffnung keimte auf, als Eric Thompson per Korbleger auf 70:78 (40.) verkürzte. Da waren allerdings nur noch 45 Sekunden zu spielen. Zwei Mal versuchten die Wohnbau Baskets, die Uhr durch Fouls zu stoppen. Aleksej Nikolic (21 Punkte/10 Assists) gab sich von der Freiwurflinie jedoch keine Blöße, verwandelte alle vier Versuche sicher. Die Niederlage der Essener war besiegelt. Der Schlusspunkt durch Arnoldos Kulboka (15 Punkte) war nur noch eine Randnotiz.

ETB Wohnbau Baskets Essen – Baunach Young Pikes 72:82 (19:22, 28:14, 14:22, 11:24)
Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets gegen Baunach:
Vrkas (6/2 Dreier), Moore (4), Alexander (10), Volk (7/1), Thompson (11), R. Lodders (7), Carraway (6),Creek (16/3), Gebhardt (5/1), Tauch (DNP), Plescher (DNP), Hornscheidt (DNP)

Stimmen zum Spiel:

Fabian Villmeter, Coach Baunach Young Pikes: „Diese Essener Mannschaft ist sehr gefährlich, entsprechend intensiv haben wir uns auf das Spiel vorbereitet. Wir wussten, dass es eine schwere Aufgabe werden würde, hier zu bestehen, und das war es auch über weite Strecken der Partie. Essen hat vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend gespielt und uns vor große Probleme gestellt. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Sie hat dran geglaubt. Und hat die angesprochenen Anpassungen in der zweiten Halbzeit sehr gut umgesetzt, was nicht selbstverständlich ist. Vielleicht hatten wir hinten raus auch ein bisschen mehr Luft als Essen. Trotzdem: Gratulation an Essen für diese starke Leistung.“

Philipp Stachula, Co-Trainer ETB Wohnbau Baskets: „Wir haben in der erstem Halbzeit hart dafür gearbeitet, das Spiel unter Kontrolle zu kriegen. Das haben wir durch gute Defense und flüssige Offense geschafft. Im dritten Viertel haben wir die Kontrolle verloren. Durch individuelle Fehler. Und die Tatsache, dass wir in der Offensive nicht mehr geduldig genug gespielt haben. Wir hatten uns auch im dritten Viertel gute Würfe erarbeitet. Allerdings hat uns da auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt, um die Dinger einfach reinzuballern. Es ist sehr, sehr schade. Baunach hat sich allerdings auch sehr gut präsentiert  und in der entscheidenden Phase die wichtigen Plays gemacht. Ich bin trotz allem zuversichtlich, dass wir noch ausreichend Spiele für uns entscheiden werden.“


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