Umkämpftes Ruhrpott-Duell!
ETB Wohnbau Baskets verlieren Derby beim FC Schalke 04 knapp 63:70

Adam Touray (beim Wurf) im Duell mit Randall Slawson.

Die ETB Wohnbau Baskets haben das Nord-Derby der 2. Basketball-Bundesliga ProB am Samstagabend beim FC Schalke 04 Basketball unglücklich mit 63:70 (16:25, 11:14, 15:12, 21:19) verloren. Es ist die dritte Niederlage in Folge für das Team von Coach Igor Krizanovic. Und zum dritten Mal in Folge bleibt die bittere Erkenntnis, dass das Spiel auch anders hätte ausgehen können. Am Ende waren es die Kleinigkeiten, die das Pendel haben auf Schalker Seite ausschlagen lassen.

Der Samstagabend stand in der Schalker Halle an der Mühlbachstraße im Zeichen des Kampfes. Die Wurfquoten beider Mannschaften entwickelten sich nicht gut, auch bei vielen einfachen Aktionen direkt am Korb schien die Reuse häufig wie vernagelt. Entsprechend versuchten beide Mannschaften, die schwachen Quoten mit Einsatz wett zu machen. Sehr zur Freude der Fans beider Lager, die ihre Mannschaften lautstark nach vorne peitschten.

Den ersten Korb des Abends erzielte Essens Eric Curth. Die 2:0-Führung (1.) der Essener sollte jedoch die erste und letzte der Wohnbau Baskets sein. Die Schalker Antwort folgte prompt. Durch einen 9:2-Lauf zogen sie auf 11:4 (4.) davon. Essen ließ sich davon nicht irritieren, nahm die Verfolgung auf.

Als Dilhan Durant auf 14:16 (8.) verkürzte, waren beide Mannschaften wieder auf Augenhöhe. Nur gelang es den Essenern nicht, den Rückstand komplett abzuschütteln. Stattdessen hatten die Hausherren im Endspurt des zweiten Viertels den längeren Atem und gingen mit einer 25:16-Führung in die erste Viertelpause.

Das zweite Viertel (14:11) war offensive Schonkost beider Mannschaften. Die Schalker konnten dieses kleine Tief jedoch mit einem kleinen Run versöhnlich gestalten. Sieben ihrer 14 Punkte im zweiten Viertel erzielten die Schalker in den letzten zwei Minuten des Viertels. Ausgerechnet der Ex-Essener Timo Volk (5 Punkte, 4 Rebounds) sorgte mit einem Dreier bei ablaufender Wurf-Uhr für die erste zweistellige Führung der Königsblauen (39:27, 20.).

Nach dem Seitenwechsel ging es hin und her. Viel Kampf unter den Körben, viele Fehlwürfe, viele zweite und sogar dritte Wurfchancen sicherten sich beide Teams. Häufig jedoch, ohne sie zu nutzen. Schalke verteidigte den Vorsprung, konnte sich aber auch nicht weiter absetzen. Die Wohnbau Baskets kämpften zwar, konnten den Rückstand aber auch nicht entscheidend verkürzen. Highlight des dritten Viertels war ein Fastbreak-Dunking von Nick Tufegdzich, der mit 20 Punkten und 17 Rebounds ein bärenstarkes Double-Double auflegte. Per Freiwurf verkürzte Montrael Scott (15) vor dem Schlussviertel auf 42:51.

Im Schlussabschnitt waren die Essener mehrfach in Schlagdistanz, schafften es aber nicht, dem Spiel die entscheidende Wende zu geben. Auch, weil Shwan Gulley (20 Punkte, 10 Rebounds) und Courtney Belger (21, 7) sich mit aller Macht gegen den Essener Turnaround stemmten. Das königsblaue Duo erzielte im letzten Viertel gemeinsam 17 (!) der 19 Schalker Punkte. Die Essener Schlussoffensive kam zu spät. Und so gratulierten die Wohnbau Baskets den Hausherren zum Derbysieg – und mussten ihnen beim Feiern zuschauen. Am 12. Januar gibt’s das Rückspiel beider Mannschaften in der Essener Sporthalle „Am Hallo“.

Team und Punkte der ETB Wohnbau Baskets
Eric Curth (12/2 Dreier), Dilhan Durant (5), Tim van der Velde, Yannik Tauch (5/1), Jacob Albrecht, Till Hornscheidt, Nick Tufegdzich (20/1, 17 Rebounds), Nikola Gaurina, Finn Fleute (DNP), Adam Touray (4), Kelvin Okundaye (2), Montrael Scott (15/2).

Stimmen zum Spiel
Igor Krizanovic, Trainer ETB Wohnbau Baskets: „Einen Grund für die Niederlage zu finden, ist beim Blick auf die nackten Zahlen gar nicht so einfach. Aber es war sicherlich ein Knackpunkt, dass wir gegen Ende des zweiten Viertels zweistellig in Rückstand geraten sind. Diesem sind wir dann konstant hinterhergelaufen. Aufgrund der zweiten Halbzeit denke ich, dass wir trotzdem einige positive Dinge aus dem Spiel mitnehmen können. Aber es ist natürlich extrem bitter, dass wir jetzt zum dritten Mal hintereinander verloren haben und eigentlich jedes Mal die Chance hatten, den Spielausgang anders zu gestalten.“

Raphael Wilder, Trainer FC Schalke 04 Basketball: „Es war das erwartet schwere Spiel für uns. Und ich sehe es wie Igor, dass uns der kurze Run zum Ende des zweiten Viertels den entscheidenden Vorsprung verschafft hat. Den haben wir in der zweiten Halbzeit mehr oder weniger verteidigt, bis Essen dann nochmal verkürzt hat. Aber in dieser Situation waren wir zur Stelle und haben zwei Körbe gemacht, die am Ende den Unterschied gemacht haben. Bei einem so engen Spiel entscheiden am Ende dann die Kleinigkeiten. Beide Mannschaften haben sich in der Offense sehr, sehr schwer getan, haben trotzdem sehr, sehr hart gearbeitet. Ich bin einfach nur froh, dass wir das Spiel gewonnen haben.“ 


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