Zittersieg nach Verlängerung
ETB Wohnbau Baskets bezwingen Cuxhaven Baskets knapp mit 107:103

Jeffrey Martin - (c) ETB Wohnbau Baskets / André Steinberg
Jeffrey Martin - (c) ETB Wohnbau Baskets / André Steinberg

Der erste Sieg in den Playdowns der 2. Basketball-Bundesliga ProB bringt die ETB Wohnbau Baskets zwar noch nicht in eine komfortable Situation, verbessert die Ausgangslage vor den vier anstehenden Endspielen indes ungemein. Vor dem 107:103 (18:21, 23:28, 32:19, 18:23, 16:12)-Erfolg nach Verlängerung gegen die Cuxhaven Baskets lag indes ein langer und mitunter steiniger Weg. Am Ende steht jedoch die Erkenntnis, dass Cuxhaven – sofern kein kleines Basketballwunder geschieht – der erste Absteiger sein wird. Drei Siege Rückstand aufs rettende Ufer bei noch drei ausstehenden Spielen sind eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Denn sobald einer der Konkurrenten nochmal punktet, ist das Schicksal der Niedersachsen besiegelt.

Für Die Essener ist der Heimsieg somit ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber noch keine Lebensversicherung. Vier Spiele haben die Essener noch zu absolvieren. Und bei einem weiteren Erfolg sieht es für das Team von Coach Philipp Stachula recht gut aus. Dann könnte diese durchwachsene Saison mit dem Klassenerhalt versöhnlich beendet werden. Um ganz sicher zu gehen, dass der Verbleib in der ProB tatsächlich fix ist, sollten Stachulas Schützlinge möglichst zwei der vier noch verbleibenden Spiele für sich entscheiden. Bereits am Donnerstag (29.3., 19.30 Uhr) bietet sich die nächste Chance für die ETB Wohnbau Baskets, ihrem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Dann gastieren die ETB Wohnbau Baskets zum Rückspiel bei den Cuxhaven Baskets.

Das erste Viertel war ein Auf und Ab. Geprägt vornehmlich vom Kampf, weniger von spektakulären Szenen. Die erste Führung der ETB Wohnbau Baskets besorgte Dilhan Durant per Korbleger (4:3, 2.). Und bis zum Ende des Viertels ging es schließlich hin und her. Das bessere Ende hatten nach den ersten zehn Minuten jedoch die Cuxhaven Baskets für sich. Nachdem Forrest Robinson das 18:19 (10.) markierte, traf im direkten Gegenzug Pal Ghotra zur 21:18-Führung.
Mit Beginn des zweiten Viertels legten die Gäste einen Zahn zu. Durch einen 11:0-Lauf zogen die Niedersachsen auf 32:18 (14.) davon. Ein dickes Ausrufezeichen setzte in dieser Phase vor allem Moritz Hübner. Der Cuxhavener Forward zog energisch zum Korb und dunkte krachend über Montrael Scott (14.).

Dass er den Essener ComboGuard damit herausforderte, zur Hochform aufzulaufen, sollte sich jedoch erst im weiteren Spielverlauf zeigen. Mit zwei schnellen Dreiern verkürzte Dilhan Durant den Rückstand auf zehn Zähler (24:34, 15.). Nach einem erneuten Zwischenspurt der Gäste betrug die Differenz aber wieder 16 Zähler (40:24, 16.). Düstere Wolken zogen sich am Abendhimmel über der Sporthalle „Am Hallo“ zusammen. Mit 17:9 entschieden die Essener anschließend die verbleibenden vier Minuten vor der Halbzeit für sich. Beim 41:49 (20.) sah es schon wieder etwas versöhnlicher für Stachulas Team aus.

Mit Schwung starteten die ETB Wohnbau Baskets in die zweite Halbzeit. Jetzt war er zu spüren, der Wille. Die Hausherren wollten es nicht geschehen lassen, wollten Cuxhaven das Feld nicht überlassen. Und stemmten sich mit allem, was sie haben, gegen den drohenden Rückschlag. Gegen die 3-2-Zonenverteidigung der Essener fiel den Baskets nicht mehr allzu viel ein. Tim van der Velde brachte die Essener mit einem Dreier wieder in Schlagdistanz (54:58, 25.). Montrael Scott verkürzte weiter und glich die Partie per Tip-In wieder aus (58:58, 26.). Mit zwei verwandelten Freiwürfen besorgte Yannik Tauch anschließend die Führung (60:58, 26.). Jacob Albrecht legte von der Frewurflinie zwei weitere Punkte nach.

Und Monty Scott hatte jetzt Feuer gefangen, erzielte in den letzten zwei Minuten des dritten Viertels zehn Punkte – Buzzerbeater-Dreier inklusive. Und hatte so maßgeblichen Anteil daran, dass die Essener nach 30 Spielminuten mit 73:68 führten. Im vierten Viertel ging es schließlich nur noch um mentale Stärke. Als Scott rund fünf Minuten vor der Schlusssirene die Führung der Essener zweistellig machte (82:72, 35.) schien das Spiel in die richtigen Bahnen gelenkt. Doch Cuxhaven steckte nicht auf. Im Gegenteil. Das Team von Coach Stephan Völkel blies zur Aufholjagd, ließ sich auch von einem spektakulären Alley-Oop-Dunking von Adam Touray (84:75, 36.) nicht aus der Fassung bringen.

Der starke Moritz Hübnr sorgte in der Schlussphase mit fünf Punkten in Serie dafür, dass Cuxhaven wieder Morgenluft witterte, verkürzte den Rückstand auf einen Zähler. Und 16 Sekunden vor dem Ende lochte Gilles Dierickx per Korbleger zur 91:90-Führung der Gäste ein. Schockstarre. Monty Scott wollte das Spiel mit dem letzten Angriff entscheiden. Sein Wurf verfehlte jedoch das Ziel. Dafür schnappte sich der 25-Jährige den Offensivrebound – und wurde gefoult. Den ersten Freiwurf verwandelte Scott sicher. Ausgleich. Durchatmen. Den zweiten warf er absichtlich daneben, holte erneut den Offensivrebound, legte für Jeffrey Martin auf. Der Dreier fiel jedoch nicht. Verlängerung.

In der Overtime fokussierten sich die Essener auf das Spiel unterm Brett. Adam Touray war von Cuxhaven nicht zu stoppen, erzielte acht seiner 20 Zähler in den fünf Extra-Minuten. Und hatte so maßgeblichen Anteil am späteren Sieg der Essener. Montrael Scott verpasste mit 38 Punkten, 9 Assists und sieben Rebounds nur knapp ein Triple-Double, wies aber eine Effektivität von 45 aus. Ein bärenstarker Wert! Mit zehn Punkten und 13 Rebounds verzeichnete Forrest Robinson zudem ein Double-Double. Auch Tim van der Velde punktete zweistellig. Dilhan Durant und Jacob Albrecht kamen zudem jeweils auf acht Zähler.

Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets gegen Cuxhaven:
Dilhan Durant (8/2 Dreier), Tim van der Velde (10/2), Yannik Tauch (5/1), Jacob Albrecht (8/2), Till Hornscheidt (2), Forrest Robinson (10/1, 13 Rebounds), Nikola Gaurina, Adam Touray (20), Kelvin Okundaye (DNP), Philipp von Quenaudon (DNP), Montrael Scott (38/5, 7 Rebounds, 9 Assists), Jeffrey Martin (6).


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